SPD Ortsverein Bautzen

04.11.2016 in Features

Der Grund der Fremdenfeindlichkeit oder wie Politik die Menschen wieder erreichen kann

 

von Markus Gießler

Kann man die Menschen zurückholen, die „rechts“ gewählt haben? Wer ständig von Flüchtlingen und die damit verbundenen Probleme spricht, beschert den Rechten den nächsten Sieg. Diese Parteien ziehen Menschen an, die rassistischen Denkmustern anhängen und die Welt in Gut und Böse kategorisieren, diese zurück zu holen wird schwer sein. Aber die vernunftbegabten, die im Hinterkopf noch wissen, dass die Probleme nicht mit den Flüchtlingen angefangen haben, die zu differenzieren wissen, die aus Frust wählen, die Denkzettel-für-Politiker-Wähler, um diese Menschen müssen die Demokraten – alle – kämpfen. Eben jene Menschen, die wissen, dass an der schlechten Bezahlung im Job nicht der Iraner von nebenan schuld ist, die wissen, dass ihre eigene Arbeitslosigkeit nichts mit den Flüchtlingen aus Syrien zu tun hat.

 

11.08.2016 in Features

In Erinnerung an Wolfgang Marcus

 
Benedikt Dyrlich

von Benedikt Dyrlich

Der ehemalige sächsische SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Marcus, ist am Dienstag (9. 8. 2016) im Alter von 88 Jahren in Weingarten (Baden-Württemberg) verstorben. Geboren wurde er 1927 in Görlitz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Mitbegründer der sächsischen CDU und Jungen Union. 1946 musste der Katholik in den Westen fliehen, wo er als Hochschullehrer tätig war. Ab den 1970er Jahren war er als SPD-Mitglied in der Kommunalpolitik tätig.

Nach der Wende und seiner Mitgliedschaft im neuen Sächsischen Landtag (1990-1994) war er bis zuletzt vielfältig in der Bildungs-, Medien-, Kirchen- und Minderheitenpolitik in Sachsen und Baden-Württemberg aktiv.

Hier einige meiner Erinnerungen, welche in der Festschrift „Mut zur Freiheit – ein Leben voller Projekte“ (LIT Verlag, Berlin 2007)  zum 80. Geburtstag von Wolfgang Marcus erschienen sind:

 

 

26.04.2016 in Features

Das muss einmal gesagt werden!

 

Von Hubertus Schwerk

„Wir müssen die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen!“ Das hört sich an wie „…für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungs- Beilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“

Ich kann es nicht mehr hören!

Sorgen, worum? Sind es die Sorgen um die im Krieg zurückgebliebenen Großeltern, Eltern, Frauen und Kinder? Leben sie noch, ist die Behelfswohnung im ausgebombten Haus noch irgendwie bewohnbar? Werden sie Wasser und Nahrung haben oder sind sie krank oder verletzt?

Ja, das sind Sorgen. Aber es sind nicht unsere Sorgen. Oder müssen wir uns wirklich sorgen um unseren Wohlstand und das geregelte Leben? Haben wir nicht selbst dann noch ein ungleich besseres Leben, wenn wir zeitweise ohne Verdienstmöglichkeit sind?

Ängste, wovor? Sind es die Ängste, die einen befallen, wenn man in einer ganz fremden Stadt umher irrt, von den anders aussehenden Menschen misstrauisch beäugt und manchmal auch angegriffen wird? Angst, nicht zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, um seinen Antrag einzureichen? Angst um die Gesundheit des kleinen Kindes, das offenbar sehr krank ist, und man den richtigen Schein für einen Arzt noch nicht hat? Angst um das eigene Leben, weil es Menschen gibt, die auf das Asylbewerberheim Brandanschläge ausüben? Oder Angst davor, dorthin zurückgeschickt zu werden, woher man geflohen ist vor Hunger oder Gewalt, in einen angeblich sicheren Herkunftsstaat?

 

03.03.2016 in Features

Mitten aus der Lausitz

 

von Arno Schmidt in dem Essay über Leopold Schefer "Der Waldbrand oder vom Grinsen des Weisen"

A: Ich kann nichts dafür, dass “Lessing” im Slavischen einen “Heger”, einen “Förster” bedeutet; und “Kamenz” schon im Namen seinen steinigen Boden anzeigt. Natürlich war Lessing, der Sprache nach, rein deutsch – seine Ahnen allerdings werden wohl überwiegend Wendisch, Sorbisch gewesen sein.-Warum werden Sie unruhig?: War die Mischung so schlecht?

B. (verlegen): Das nicht. Aber...

C: Ich wollte damit auch nur auf ein Zweites zu sprechen kommen: auch in dieser Hinsicht nämlich waren die beiden Lausitzen ein Präzedenzfall, gerade heute wieder wichtig zu erwägen, dass dort, jahrhundertelang =friedlich, Slawen und Deutsch neben=, oder besser durch=einander gewohnt und geheiratet haben. Man kann kleine Häkeleien und Spottreden als Argument gegen mich ins Feld führen – wo im Grenzland könnte man das nicht? – aber die waren stets harmlos; nahezu nichts, verglichen mit dem, was sich Völker verschiedener Abstammung wohl sonst hundertfach antun. Neinnein: hier in den Lausitzen wurde echte große Toleranz vorgelebt, in jeder Beziehung. Hier fanden Ketzer ein freundliches Obdach; hier, als alle andern Orte verfänglich schienen,gründeten die Herrenhuter: denken Sie an Niesky und Schleiermacher. – Und ist es denn letztlich ein Grund zum Totschlag, ob der Wende “Pomogaj bog wam” grüßt, und der Deutsche ihm “Vergelts Gott” zurückgiebt? Oder der wendische Priester segnet: “To pomogaj si bog wosc, bog syn, a bog swety duch”- und der deutsche respondiert: “Im Namen des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes”?

B. (mit gut gespieltem Mißtrauen): Nu sagen Se mal: nu hören Se mal: wieso können Sie denn das so gut!? Stammen Sie etwa auch aus jenem vorgeblichen Musterländchen?

A: (achselzuckend, gleichmütig): Ich kann nicht dafür, dass Vater und Mutter, Undsoweiterundsoweiter, mitten aus der Lausitz stammten...

 

13.09.2014 in Features

Angst!

 

von Hubertus Schwerk

Bautzen ist zerstört. Auch Dresden und weite Teile von Sachsen.  Die Angriffe werden jede Nacht weiter geflogen. Es gibt keine Nahrung, nicht einmal Trinkwasser mehr. Du hast Angst um deine Kinder. Deine Freunde und Verwandten sind zum Großteil  tot oder geflohen. Du hast dein ganzes Geld zusammengelegt und einem Menschen gegeben, der dir einen schlimmen Weg aus dem Kriegsgebiet gezeigt hat. Viele sind auf dem Weg gestorben.

 

 

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